Hört, Hört – Ein Gespräch über Akustik

Publiziert am 07. März 2014 von Alltec Bürokonzept

Stefan Wirth, der Inhaber von ALLTEC Bürokonzept, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem komplexen Thema Akustik. Er berät Unternehmen, die ein Problem mit Hall und Lärm haben. In Werbeagenturen und Rechtsanwaltskanzleien, in Großraumbüros und Empfangsbereichen, in der Gastronomie und Kantine wurden seine Akustikplanungen realisiert. Im Gespräch mit ‚Bürozeit‘ erklärt er, worauf es ankommt.

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Ist Akustik in den letzten Jahren wichtiger für moderne Unternehmen geworden?

Wichtig war Akustik schon immer. Doch viele Unternehmen haben mehr und mehr Probleme mit den akustischen Situationen in ihren Büros bekommen. Zum einen liegt das an der modernen Architektur, in der viele schallharte Materialien wie Glas oder Beton verarbeitet sind, zum anderen wurden viele Gewerbehöfe zu großen Büroflächen, in denen es stark hallt, umgewandelt.
Und auch der Trend vom Einzel- oder Doppelbüro zu offen gegliederten Büroflächen, sogenannten Open-Space-Landschaften, hat die akustische Situation in vielen Unternehmen verändert. Lärm und Hall, das zeigen viele wissenschaftliche Studien, führen zu Lärmstress. Darunter leiden Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter. Für das Unternehmen hat eine schlechte Akustik also negative Folgen.

Gibt es einen Unterschied zwischen kleinen Räumen und großen Flächen? Wo ist die Akustik besser?

Das kann man nicht sagen. Jeder Raum hat eine ganz eigene Akustik. Auch kleine Räume sind von einer miesen Akustik betroffen. Flatterhall, der zwischen zwei dicht liegenden Wänden entsteht, ist hier oft ein Problem. Ein kleiner Raum kann also mehr Nachhall erzeugen als ein großer hoher Raum, wo eigentlich höhere Nachhallzeit zu erwarten wären. Das ist wirklich sehr individuell.

Wie kann ein Unternehmen Lärm und Hall entgegenwirken?

Ohne fachliche Beratung ist das schwierig. Um eine akustische Situation zu verbessern, ist viel Wissen und Erfahrung notwendig. Zu allererst spielt die Ausgangssituation ein wichtige Rolle: Beim neuen Flächen, also Büroflächen, die durch einen Neubau oder eine Sanierung entstehen, sollte gleich von baulicher Seite die Akustik berücksichtigt werden. Eine Akustikdecke oder die Gliederung von Bereichen mit akustisch wirksamen Baustoffen kann akustische Probleme von vornherein verhindern. Bautechnisch können wir Unternehmen beraten. Der Regelfall ist aber vielmehr, dass ein bereits bestehendes Büro mit schlechter Akustik zu kämpfen hat. Hier kann mit einer Akustikmessung erst einmal ermittelt werden, wie groß die Nachhallzeiten sind. Im Büro sollte die Nachhallzeit über den ganzen Frequenzbereich nicht 0,5 – 0,7 ms überschreiten. Eine Akustikmessung ist aber nicht immer notwendig, oft kann der Fachmann die akustische Situation auch einschätzen. In einem zweiten Schritt wird besprochen, was erreicht werden soll. Das Ziel kann von Raum zu Raum sehr unterschiedlich sein. Dann wird eine Akustikplanung gemacht.

Wie sieht eine Akustikplanung aus?

Die Akustikplanung muss immer an den Raum, die Raumsituation und das Ziel angepasst werden. Während der Planung müssen ganz unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden: Unter anderem die zu absorbierende Fläche, die Formen, Farben und Materialen, also das Design und natürlich die Positionierung der Absorber.
Die Akustik können wir durch unterschiedliche Maßnahmen verbessern. Das können Akustiksegel, Akustikbilder, Decken-, Wand- oder Eckenabsorber sein. Aber auch in Möbeln integrierte Absorber, eine andere Raumgliederung oder Teppiche können die akustische Situation verbessern. All diese Details müssen besprochen und geplant werden. Dann können die Absorber angefertigt und montiert werden.

Stoff mit Wabenstruktur für akustische Trennwände
Stoff für akustische Trennwände
Akustikbild im Showroom für Systemergonomie _ ALLTEC Bürokonzept

Design spielt in der Akustikplanung eine Rolle? 

Natürlich. Die Lösungen sollen ja nicht nur die Akustik verbessern, sondern auch toll aussehen und in die Arbeitsumgebung passen. Hier kann man viel mit Formen, Farben und unterschiedlichen Materialien machen. Ist eine Trennwand beispielsweise mit einem tollen Stoff bezogen, wird die akustische Lösung gleich noch zum Hingucker.
Eine besondere Lösung sind auch Akustikbilder – bedruckte Spezialleinwände mit dahinterliegenden Hochleistungsabsorbern. Akustikbilder verbinden die Wandgestaltung und die akustische Lösung. ALLTEC Bürokonzept arbeitet auch mit Künstlern und Fotografen zusammen und kann bei Auswahl des Motivs helfen. Dem Kunden sind hier kaum Grenzen gesetzt. Eine Vielzahl von Motiven und Materialien kann zum Einsatz kommen.

Gibt es Unterschiede zwischen den Anbietern? Kann man beispielsweise Akustikbilder auch bedenkenlos über das Internet beziehen?

Leider gibt es viele Absorber, die nur als solche deklariert sind. Nicht alle Absorber auf dem Markt haben auch die gewünschte Wirkung. Über das Internet kann man recht preiswert Akustikbilder kaufen, die jedoch oft nicht den Erwartungen gerecht werden. Das liegt oft an nicht fachgerechten Druckverfahren und an Absorbermaterialien mit zu geringen Schallabsorbtionswerten. In den meisten Fällen erfüllen diese Bilder nicht ihren Zweck. Das Unternehmen hat dann Geld für etwas ausgegeben, dass nichts nützt.
Die Akustikbilder die wir liefern, werden mit dem Thermosublimentionsverfahren bedruckt. Dabei bleiben die Oberflächen offenporig, der Hall kann durch die Leinwand dringen und vom Absorber verschluckt werden.
Wichtig ist auch, dass die Absorber den Brandschutzanforderungen gerecht werden. Da kann man sich bei Produkten, die über das Internet bestellt wurden, auch nicht immer sicher sein.
Relevant ist auch die Positionierung der Absorber, die können nicht wahllos irgendwo angebracht werden. Akustik ist ein sehr komplexes Thema und es gibt viel zu beachten, damit ein Akustikkonzept auch den gewünschten Effekt hat.

ALLTEC Bürokonzept legt in all seinen Konzepten den Fokus auf Systemergonomie. Akustik ist ein wichtiger Bereich. In unserem Showroom in der Waldemarstraße beraten wir Unternehmen und finden Lösungen.

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